Reith Wehner Storch Architekten

Kindertagesstätte St Pius I 1. Preis

STÄDTEBAULICHE EINBINDUNG

Der Entwurf für den Neubau der Kindertagesstätte St. Pius zeigt einen schlanken, linear verlaufenden Baukörper in West-Ost-Richtung, der sich „landschaftlich“ spannungsvoll und mit polygonal gefalteter Gebäudefigur (2-fach geknickt) in das Gelände südlich der Kirche einbettet. Der 2-geschossige Neubau ordnet sich auf Grund des leicht ins Gelände abgesenkten Volumens dem monumental wirkenden Kirchbauwerk unter. Gleichzeitig nimmt die Kubatur des Kindergartens Bezug auf die Geometrie der Kirche mit Ihren steigenden Linien und geknickten Flächen. Das Grundstück zoniert sich durch die gewählte Gebäudesetzung in eine öffentliche Hofseite im Norden, die der Adressbildung dient, und in eine ruhige „behütete“ Spielflächenseite im Süden.

ERSCHLIESSUNG

Das Gemeindezentrum mit Saal und Pfarrbüro, sowie der geplante Kindergarten werden über die Hofseite, einen geschützten und ruhigen „Ort des Ankommens“ erschlossen. Der Eingang des Kindergartenneubaus wird auf gleiche Höhenlage wie das Gemeindezentrum St-Pius gelegt, beide Nutzer können dadurch hofseitig rollstuhlgerecht erschlossen werden und erhalten eine gleichwertige Adresse am Hof. Die auf dem Hof angeordneten Stellplätze machen ein verkehrlich sicheres Bringen und Holen der Kinder abseits der Dr. Dietz Straße möglich.

GESTALTUNGSKONZEPT

Die Spielfläche für die Kinder wird im Westen durch eine Gartenmauer von der verkehrlich stark befahrenen Dr. Dietz-Straße geschützt. Sie dient als Schallschutz und sichere Einfriedung der Freifläche. Die aus Klinker gedachte Mauer wird in Ihrer Linienführung entlang des Hofes fortgesetzt und im Weiteren (ansteigenden) Verlauf zur Fassade der Kindertagesstätte. Das Gebäude entwickelt wie selbstverständlich seine Architektur aus dem Thema der Gartenmauer und zeigt zur Hofseite (Nordseite) eine steinerne Fassade, eine „harte Kante“. Diese Kante steigt langsam aus dem Gelände im Westen und sinkt im Osten wieder ins Gelände ein. Entgegen der „harten Kante“ zur Hofseite soll die Südseite, eine „weiche Kante“ mit einer Holzfassade werden, die der Freifläche eine kindgerechte warme Anmutung verleiht. Das Gebäude mit seiner polygonalen Grundform und dem beschriebenen dynamischen Höhenverlauf entwickelt in seinem Inneren spannende kindgerechte dreidimensionale Raum-Geometrien mit welchen sich Kinder identifizieren können. Ein wesentliches gestaltgebendes Motiv des Entwurfes ist der Spielhügel. Der Spielhügel dient neben der direkten Erschließung der Freianlage für die Gruppen des Obergeschosses auch als kleiner Hügel zum „Hinunterkullern“ und Schlittenfahren für die Kinder. Das Haus geht hier mit der Landschaft eine Symbiose ein.

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